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Terpene 3/4: β-Caryophyllen & α-Pinen

Terpene 3/4: β-Caryophyllen & α-Pinen

β-Caryophyllen – 176 °C

β-Caryophyllen zeichnet sich durch süße, würzige, scharfe und Nelken-Duftnoten aus, welche auf einer erdigen Basis schweben. Zudem ist β-Caryophyllen nicht „nur“ ein einfaches Terpen, sondern auch ein Cannabinoid, welches zum Beispiel die vorrangig durch CBD angesprochenen CB2-Rezeptoren unseres Endocannabinoid-Systems besetzt. Dass β-Caryophyllen als Cannabinoid wirkt, verdankt das Molekül seinem vergleichsweise komplexen Bau mit zahlreichen Verbindungen.

β-Caryophyllene kommen mit besonders großer Häufigkeit in schwarzem Kümmel, Nelken, Hopfen, Basilikum, Oregano, schwarzem Pfeffer, Lavendel oder auch Copaiba-Öl vor. Die Palette an β-Caryophyllen-haltigen Pflanzen ist riesig! Während das Terpen in all diesen unterschiedlichen Pflanzen und Gewürzen vorkommt, entfaltet es sich jedoch abhängig davon, welche Terpene und Duftnoten sonst noch in der konkreten Substanz enthalten sind. Wir behalten den Entourage-Effekt stets im Hinterkopf, der die unterschiedlichen Wirkweisen von Terpenen und Cannabinoiden je nach Zusammensetzung des konkreten Terpenprofils beschreibt.

β-Caryophyllen schmeckt, natürlich abhängig von der Konzentration, sehr scharf, teilweise sogar deftig. Das außergewöhnliche Terpen kommt nach einer Untersuchung aus Washington State in Indica-, Sativa- und hybriden Pflanzen gleichmäßig verteilt vor und erreicht beim Großteil der untersuchten Cannabis-Sorten ca. 0,3 Prozent an der Biomasse, selten werden auch Werte um 1 Prozent erreicht.

Eine Sorte mit besonders hohem Anteil an β-Caryophyllen ist die Sorte Death Star. Legt man alle in dieser Sorte vorkommenden Terpene zu Grunde, macht β-Caryophyllen 56% Prozent aller Terpene der Death Star aus! Mehr als die Hälfte der wirkungsentscheidenden sekundären Wirkstoffe werden also durch β-Caryophyllene gebildet, was eine ordentlich Hausnummer ist.

Ein hochkarätiges Indica-Pendant zur durchaus mächtig benannten Death Star ist die deutlich lieblich klingendere Candyland. Zwischen diese beiden Extremen gesellen sich Girl Scout Cookies, GG4 oder White Widow und stehen dabei für ebenso hohe β-Caryophyllen-Werte. Das Terpen zeichnet sich darüber hinaus verantwortlich für die vielen Haze-Genetiken mit typisch süß-scharfen, beinahe beißenden Aromen. Merken können wir uns aber: Das Terpen kommt in vielen Sorten vor, auch und insbesondere in CBD-Sorten. Es gibt auch Haze-CBD-Sorten!

Das enorme medizinische Potential von β-Caryophyllen ergibt sich aus der Funktion als Cannabinoid. Indem β-Caryophyllen CB2-Rezeptoren besetzt, werden verstärkt Maßnahmen des Immunsystems aktiviert. CB2-Rezeptoren befinden sich im gesamten Gewebe und haben die spezielle Fähigkeit, ihre Zahl im Gehirn nach Verletzungen oder bei Krankheit zu erhöhen. Inneren Entzündungen kann so durch Besetzung dieser Rezeptoren schneller Einhalt geboten werden und das Risiko eines Gehirn-Schadens wird reduziert. Zudem fällt der wahrgenommene Schmerz bei besetzten CB2-Rezeptoren niedriger aus, als wenn die entsprechenden Rezeptoren nicht besetzt werden. Konkretere Hinweise können wir an der Stelle leider nicht geben, an der Stelle kann nur ein Arzt oder Apotheker die Beratung durchführen.

α-Pinen – 155 °C

Eine Assoziation mit diesem Terpen sollte nicht allzu schwer sein. Wer schon einmal durch die Pinienwälder des mediterranen Europas oder durch die riesigen Mammutbaumwälder Kaliforniens gestreift ist, war sehr wahrscheinlich schon einmal von der gewissen Schwere und Süße von α-Pinen umgeben. Das Aroma wird weiterhin durch eine gewisse Schwere charakterisiert, jedoch sollte der Geruch von Pinienwäldern für sich stehen.

Pinienduft kann man hier in Europa an vielen Orten genießen: Zum Beispiel auf Korsika, Frankreich, Italien, Sardinien, Mallorca, Spanien und überall sonst, wo maritimes bis subtropisches Klima herrscht und die entsprechenden Nadelbäume vorkommen. Aber auch überall dort, wo Pflanzen wie Cannabis dieses Terpen ausbilden und somit auch an ungewöhnlichen Orten diesen wunderbaren Duft von Nadelwald verbreiten.

Neben Pinien und Cannabis-Pflanzen kommt α-Pinen auch in Rosmarin, Dill, Basilikum, Koniferen, Orangenschalen, Piniennadeln und Petersilie vor. Oder auch in Terpentinöl, welches aus bis zu 60% α-Pinen besteht! Von α-Pinen gibt es übrigens zwei verschiedene Varianten, die sich wahrscheinlich evolutiv nebeneinander an unterschiedlichen Orten verschieden entwickelt haben: Eine Variante kommt vorwiegend auf dem amerikanischen Kontinent vor ((+)-α-Pinen), die andere vorwiegend in Europa ((–)-α-Pinen). Beide Moleküle unterscheiden sich nur ganz minimal.

α-Pinen dient genauso wie das psychoaktive THC als Abwehrmechanismus gegen natürliche Feinde und befindet sich ebenso wie THC in den Trichomen bzw. Harzköpfen der Blüte. So stellt die Pflanze einen effizienten Abwehrmechanismus gegen Insekten und Vögel bereit, um eine möglichst erfolgreiche Fortpflanzung und Erhalt der eigenen Art sicherzustellen.

Als eine besonders α-pinen-haltige Cannabis-Sorte gilt Jack Herer. Sie verbessere die Laune, steigere die Konzentration und setze den Fokus in Richtung kreativer Schaffensprozesse. An der Stelle ist jedoch auch abermals die Blue Dream zu nennen, welche ja vorwiegend für ihre Blaubeernoten bekannt ist – auch sie weist einen hohen α-Pinen-Wert auf, ganz im Sinne ihrer Herkunft, den Wäldern von Mendocino County.

Neben diesen beiden Klassikern kommt α-Pinen außerdem noch in Super Silver Haze, Arjan’s Haze oder auch Trainwreck vor.

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